Seit 1925 besitzt Deutschland
das mutterwitzig, offenlegende Gedicht
"Feldfrüchte".....

 

Der Dichter Tucholsky ahnte wohl schon zu damaliger Zeit die Notwendigkeit
seine Beobachtungen für die Geschichte auf's Papier bringen zu müssen,
auch um die freien Bürger der Gegenwart immer wieder mal daran zu erinnern.

Quellenangabe: Verlag Volk und Welt Berlin; 1970
Kurt Tucholski " - Mit 5 PS - Auswahl 1924 bis 1925", Seite 287;
nach: 1. Auflage Rowohlt-Verlag Hamburg, 1960

 

FELDFRÜCHTE

Sinnend geh ich durch den Garten,
still gedeiht er hinterm Haus;
Suppenkräuter, hundert Arten,
Bauernblumen, bunter Strauß.
   Petersilie und Tomaten,
   eine Bohnengalerie,
   ganz besonders ist geraten
   der beliebte Sellerie.
Ja, und hier ?? Ein kleines Wieschen?
Da wächst in der Erde leis
das bescheidene Radieschen:
  außen rot und innen weiß.

Sinnend geh ich durch den Garten
unsrer deutschen Politik;
Suppenkohl in allen Arten
im Kompost der Republik.
   Bonzen, Brillen, Gehberockte,
   Parlamentsroutinendreh ...
Ja, und hier ?? Die ganz verbockte
   liebe gute SPD.
Hermann Müller, Hilferlieschen
blühn so harmlos, doof und leis
wie bescheidene Radieschen:
  außen rot und innen weiß.



.....und jetzt eine diesbezügliche Opportunei


Am 06.02.2004 war in der SZ (Sächsische Zeitung) auf Seite 21 die Leserzuschrift, die die Frage genauso deutlich und aktuell aufwirft: Wie weiter .....?

Zur Reformpolitik der Bundesregierung schreibt G. Feilenberger aus Meißen:
Lasst uns wieder aufrecht gehen. Wie tief muss die Regierung eines Landes im Dreck stecken,
wenn sie nur noch lustlos über das Volk hinweg oder sogar gegen dieses regiert. Die rund
600 Möchtegernpolitiker des Bundestages haben auch keine Angst vor 80 Millionen Menschen.
Man wirft den stillhaltenden Untertanen Meckerei vor. Ja, warum meckern wir nur und besinnen
uns nicht darauf, dass doch jeder irgendwo noch einen Dreschflegel oder eine Mistforke stehen
hat. Entziehen wir diesen Staatsschauspielern endlich die Auftrittsgenehmigung und spielen
selbst ein Volkstheaterstück mit dem Titel "Knüppel aus dem Sack".
Wir sind das Volk. Lasst uns wieder aufrecht gehen!

Meinungsäußerungen an: Sächsische Zeitung. 01055 Dresden. Im Interesse der Wiedergabe möglichst vieler Leserbriefe behalten wir uns das Recht zu sinnwahrender Kürzung vor. Für eventuelle Rückfragen ist die Telefonnummer nützlich. Bei E-Mails bitte die Adresse angeben.


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